Der Klimawandel schreitet immer rascher voran und entfaltet seine zerstörerischen Folgen, insbesondere für die Menschen in den Ländern des globalen Südens. Die am Sonntag in Sharm el-Sheikh beginnende Weltklima-Konferenz (COP 27) könnte die letzte Chance sein, das Blatt noch zu wenden. Bereits gehandelt haben die Bewohner:innen der indonesischen Insel Pari: Sie verlangen Klimagerechtigkeit und haben deshalb ein Rechtsverfahren gegen den Schweizer Zementkonzern Holcim eingeleitet. Sie fordern unter anderem Entschädigung für erlittene Klimaschäden – ein Thema, das auch bei der COP27 weit oben auf der Traktandenliste steht.

Medienmitteilung vom 3. November 2022

«Loss and Damage» (Verlust und Schaden): Diese Begriffe beziehen sich auf die verheerenden Folgen des Klimawandels und stehen mit im Fokus der Weltklima-Konferenz (COP27), die am Sonntag im ägyptischen Sharm el-Sheikh beginnt. Damit gewinnt auch das von vier Bewohner:innen der indonesischen Insel Pari angestrengte Rechtsverfahren gegen den Schweizer Zement-Konzern Holcim an Aktualität und Brisanz. Denn Holcim ist als sogenannter «Carbon Major» einer der weltweit grössten CO2- Emittenten und damit massgeblich mitverantwortlich für die Klimaerwärmung und die dadurch verursachten ökologischen und ökonomischen Verluste und Schäden.

Erste Verhandlungsrunde ergebnislos

Zu den Leidtragenden des ungebremsten CO2-Ausstosses durch Konzerne wie Holcim gehören auch die Bewohner:innen von Pari. Deren Lebensgrundlagen sind durch den Anstieg des Meeresspiegels und die immer häufigere Überflutung der Insel in akuter Gefahr. Mit ihrem Gang vor den Friedensrichter am schweizerischen Sitz von Holcim in Zug forderten sie Anfang Juli vom Unternehmen nicht nur die rasche und deutliche Senkung seines weltweiten CO2-Ausstosses, sondern auch eine Entschädigung für bereits entstandene Schäden sowie die finanzielle Beteiligung an dringend notwendigen Flutschutzmassnahmen für ihre Insel.

Holcim hat indessen bei der Schlichtungsverhandlung Anfang Oktober keinerlei Bereitschaft signalisiert, seine Mitverantwortung für den Klimawandel und die berechtigten Forderungen der vier Inselbewohner:innen anzuerkennen. Die Verhandlung schloss deshalb ohne Ergebnis. Die vier Kläger:innen prüfen nun die Einreichung einer zivilrechtlichen Klage gegen Holcim. HEKS wird die Betroffenen zusammen mit dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) und der indonesischen Umweltorganisation WALHI auch bei diesem allfälligen nächsten Schritt beraten und unterstützen.

Finanzmittel für Kompensation bereitstellen

Mit Blick auf den Klima-Gipfel in Ägypten erwarten die drei Organisationen, dass die dort versammelten Nationen nicht nur die dringliche Notwendigkeit einer schnellen und massiven Senkung des weltweiten CO2-Ausstosses anerkennen und entsprechende Massnahmen unverzüglich an die Hand nehmen. Sie müssen auch sicherstellen, dass angemessene und vorhersehbare Finanzmittel für die Kompensation von Klimaschäden und für Anpassungsmassnahmen in Entwicklungsländern bereitgestellt werden. Auch der Schweizer Konzern Holcim und mit ihm die anderen «Carbon Majors» können und dürfen sich nicht länger aus der Verantwortung für eine klimagerechte Welt stehlen.

 

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